Rhodesian Ridgebacks ZAMOYONI
  ZAMOYONI Rhodesian Ridgebacks

    

 ALLES wird gut....?

     

      Endlich ist unsere Mula wieder zu Hause....zwar noch sehr mitgenommen, aber das wird.

      Viele Medikamente, Sirup und kleine Portionen Huhn mit Reis , noch mehr Ruhe....und ganz viel Schmusekuscheln lassen sie jeden Tag gesunden.

     

      Mula wurde letzte Woche wegen einer Magendrehung ...natürlich als Notfall operiert.

      Es war komplett anders, als in der Literatur beschrieben und ich muss sagen....da ich unsere Hunde sehr gut einschätzen kann , wusste ich schnell dass etwas nicht in Ordnung ist.

     

      Wie man meist hört und auch als Warnung " mitbekommt"... Niemals den Welpen oder Hund nach dem Fressen toben lassen...Gefahr Magendrehung!

      Dies stimmt zwar, aber nur in 25% Prozent aller Fälle....ebenso sind es zwar meist die grossen Hunde mit tiefem Brustkorb, aber auch kleine Hunde bekommen eine Magendrehung!

      Wir haben viel recherchiert und mit Tierärzten kommuniziert und sind ua auf eine Studie aus den USA gestossen, die seit 5 Jahren geführt wird.

      Dort wurde in den letzten Jahren festgestellt, dass an zweiter Stelle der Hundesterblichkeit nach Krebs die Magendrehung ist. in den letzten Jahren ist der Prozentsatz um 15oo % gestiegen...dies ist kein Tippfehler.....!!!

Erschreckend!

Und auch in Deutschland sieht es nicht besser aus..leider........

      

 

      Nun zu unserer Geschichte....

 

      Unsere Mula hatte einen leeren Magen und es geschah nachts gegen 5 Uhr.....also ist es nur gut, dass unsere Mädels immer bei uns im Raum schlafen, somit bekommen wir schnell mit was passiert.

      Sie war weder " tonnenförmig" aufgebläht....noch übermäßig unruhig....eher sehr ruhig und sie stand auf und hatte wohl Übelkeit und spuckte etwas Flüssigkeit aus.

      Sie stand dennoch im Raum, legte sich ab und an hin...und wollte keinesfalls raus in den Garten...sondern blieb eng bei mir...fast auf dem Schoss. Das ist ein Verhalten, was ich bisher nur bei ihren Geburten kannte - da waren wir immer ein eingespieltes Team - ganz eng miteinander!

Und trotzdem löste es grosses Unbehagen bei mir aus - sodass ich die Hnady Nummer unserer Tierärztin raussuchte....

      Ihre Schleimhäute waren leicht blass und ich rief unsere Tierärztin an und konnte sofort losfahren zu ihr. Es galt keine Zeit zu verlieren....

 

      Nach einigen Spritzen und Zäpfchen fuhr ich heim mit ihr und sollte sie in Bewegung halten...nach einer weiteren halben Stunde wollte Mula nicht nach draussen und ich bin dann wie besprochen los zur Tierklinik. Fredo war nach seiner OP noch in Reha...da passte wieder alles!!!

      Da wir seit ùber 20 Jahren immer in Duisburg sind ( wir gehören zum Inventar fast....durch unsere langjährige kranke Boxer Omi....)) ...schafften wir die 70 km keinesfalls , denn im Auto wurde Mulas Stimme laut und ich rief von unterwegs die Tierklinik in Recklinghausen an..nur wenige Km entfernt..und wurde dort gleich empfangen, Mula in den OP...vorher noch zum Röntgen und dort sah man den kugelrunden Magen...verdreht linksseitig....Speiseröhre und Dünndarm verdreht und abgeschnürt.Ebenso die Blutversorgung aller Organe.

Mein insgeheimer Verdacht wurde bestätigt!!!Was für eine schreckliche Diagnose!

      Danach begannen die mit schlimmsten 3 Tage unseres Lebens......Angst und Warten...Hoffen und Bangen.....auch zu Hause die drei Mädels warteten und spürten natürlich unsere Sorgen.

 

     

      Die folgenden drei Tage sind sehr gefährlich, da durch die abgeschnürte Blutversorgung der Kreislauf schlapp macht, Herzprobleme auftreten und auch durch die schwere Op mit grossem Bauchschnitt und Öffnung und säubern und Leerens des Magens danach das Futter kaum im Magen bleiben kann. Winzigste Portionen können vertragen werden, dazu die vielen Medikamente und Infusionen...und der Magen samt Schleimhaut muss mühsam wieder aufgebaut werden.

      Mulas Herz ist Top.......EkGs waren immer ok....leider behieltt sie kaum Nahrung bei sich und im Bauchraum bildete sich Wasser......die Werte der ORgane stabilisierten sich.

Jeden Mittag wurden wir angerufen und informiert wie es um sie stand...man sagte uns. falls es sich verschlechtert rufen sie sofort an - auch nachts! Bei jedem Anruf ....Klingelton..Panik!!!

      Man hatte sie dort schnell lieb gewonnen....grosser Hund...und sowas von freundlich....dennoch..... jammerte sie viel und die Hektik einer Klinik war viel Stress....somit entschieden wir gemeinsam, dass Mula nach Hause durfte und dort wurde sie besonders von Meda herzlichst empfangen...die Zwei sind einfach ein Team!

      Wir haben nun eine Woche geschafft und jeden Tag wird es besser.....wir kämpfen nun noch mit der Dünndarmentzündung und dem Bauchwasser...aber es wird....

     

      Vermutet wurde, dass Mula ein Bakterium im Magen hatte, welches die starke Aufgasung auslöste.

      Sie hatte weder Magenprobleme, Durchfall oder andere Nahrung erhalten im Vorfeld.

     

     

      Auslöser einer Magendrehung sind häufig....entweder im Alter schwache Bänder und Liegen auf dem Rücken, somit Verdrehung des Magens möglich.....Stressfaktoren, Trockenfutter mit Ascorbinsäure und zuviel Fett ( an vierter Stelle stehend), Getreide im Futter, und nur eine Fütterung am Tag und grosse Mengen, die den Magen sehr weiten und belasten. Selbst ein schnelles Aufspringen aus dem Schlaf hat schon Magendrehungen ausgelöst.

Wachsam sollte man immer sein bei vorausgegangenen Magen-Darmproblemen....lieber nochmals zum Tierarzt und abchecken lassen.Eventuell Kotprobe untersuchen lassen.

     

      Wir füttern zweimal täglich und kleinere Snacks zwischendrin, achten auf die Ruhephasen nach dem Fressen. Füttern frisches Futter wie Fleisch mit Gemüse, Kartoffeln,Naturreis! Hüttenkäse und Yoghurt,Obst zum Teil (Mula mag aber nur Ananas!!) und kleine Mengen Trockenfutter ohne Getreide und Zusätze von cd Vet ua Öle und Kräuter.

      Fettarme Kausnacks vom Rind und Huhn in Bioqualität.

     

      Wir sind sehr dankbar...soviel Glück und rechtzeitig Unsere Mula in dieser Notlage in fachlich kompetenten Händen zu wissen.....danken herzlich den Ärzten der Tierklinik Recklinghausen und auch unserer Tierärztin Frau Luther und auch Frau Spiekermann für ihren frühen Einsatz und die Weiterbetreuung unseres Schatzes!

     

Wir möchten mit dieser Info auf das brisante Thema

MAGENDREHUNG

 aufmerksam machen, da es uns auch passiert ist...und wir gerne für alle Interessierten dies Thema aktualisieren wollten.

Es kann "JEDEN" treffen.....

Gerne stehen wir auch per mail oder Telefon als "Laien" für Infos und Weiterleitung zur Verfügung - wir sind keine Tierärzte  - haben aber unsere Erfahrung und Links und Infos hier eingebaut.

Nur so ist es möglich zu retten, zu lernen...und nicht zu verschweigen!

Lieber einmal zu oft bei Verdacht zum Tierarzt fahren.....

nur so kann der Hund gerettet werden!

 

 

      Studie Magendrehung

 

      In der neusten Ausgabe der "Breeder Special" (Ausgabe 1/2008, Seite 11) wird auf eine Studiezum Thema "Magendrehung" hingewiesen, die bereits im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Möglicherweise wurde  schon mal etwas darüber berichtet, aber da diese Studie, genau wie die Kieler Salmonellenstudie aus dem gleichen Jahr, nicht unbedingt die Interessen der Futtermittelindustrie unterstützt, wird sie anscheinend ein wenig unter den Teppich gekehrt.

     

      Die Studie stammt von Petra Hellweg und Jürgen Zentek, lautet "Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Magendrehung des Hundes" und wurde veröffentlicht in der Zeitschrift "Kleintierpraxis", 50 (10), 2005: 611-620. - gibts es als PDF Datei !

Werde sie in den nächsten Tagen noch einbringen....

     

      Zitat: "Zusammenfassung zum Risiko der Magendrehung:

     

      - Eine vererbte Veranlagung ist nicht erkennbar.

     

      - Temperament, Ernährungszustand oder Haltung des Hundes (Haus, Zwinger) spielen, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle.

     

      - Freßgeschwindigkeit und Standort des Futternapfes sind relativ unwichtig.

     

      - Große Hunde erkranken häufiger, Rüden und Hündinnen etwa gleich häufig.

     

      - Ältere Hunde sind bevorzugt betroffen, am häufigsten Hunde von etwa acht Jahren,

     

      - Seltene Futtergaben und fast ausschließlich konventionelles Trockenfutter erhöhen das Risiko.

     

      - Die Erkrankung tritt überwiegend im Ruhezustand auf.

     

      - Das Risiko ist am späten Abend am größten."

     

      Die Studie lief über 11 Monate und umfaßt die Informationen über 882 an Magendrehung erkrankten Hunden. Nur ca. 5% der betroffenen Hunde waren kleiner als 50 cm. Über 90% der betroffenen Hunde wurden ausschließlich oder fast ausschließlich mit kommerziellem Trockenfutter gefüttert, wobei davon ca. die Hälfte der Hundehalter das Futter eingeweicht verfüttert hat, die andere Hälfte trocken.

     

      Die gefährdetste Zeit für eine Magendrehung liegt zwischen 20 und 24 Uhr (ca. 50% der Erkrankungen), gefolgt vom Nachmittag (ca. 25% der Erkrankungen), die restlichen ca. 25 % verteilen sich relativ gleichmäßig auf den Vormittag und die Zeit nach 24 Uhr. Frühere Vermutungen, z.B. daß ein erhöhter Futternapf das Risiko für eine Magendrehung erhöht oder daß lebhafte Hunde häufiger erkranken, wurden in dieser Studie wiederlegt.